Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.

First Responder

https://www.johanniter.de/juh/lv-hrs/kv-voelklingen/

First Responder Überherrn sind jetzt Johanniter

Ersthelfer vor Ort profitieren von Eintritt in eine der großen Hilfsorganisationen Deutschlands

Die ehrenamtlichen First Responder in Überherrn können seit dem ersten Januar 2017 im Notfall von der Rettungsleitstelle alarmiert werden. Seither haben sie über 450-mal bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes wichtige Erste Hilfe leisten können, allein im Jahr 2019 bei 130 Einsätzen. Sie haben sich damit zweifelsohne als wichtige Unterstützung der Rettungskette etabliert.

Jetzt war es an der Zeit für den nächsten Schritt. Zum 1. Dezember 2020 sind sie der Johanniter-Unfall-Hilfe e. V. (JUH) beigetreten und profitieren schon jetzt von den Strukturen einer großen Hilfsorganisation.

Leonard Frisch vom Regionalverband Saar der JUH freut sich auf die Zusammenarbeit: „Mit der Übernahme der 20-köpfigen ehrenamtlichen Einsatzgruppe aus Überherrn sind wir sehr glücklich. Die Einsatzgruppe steht für die schnelle und zielgerichtete Hilfe in der Überherrner Bevölkerung und konnte in den letzten Jahren unter Beweis stellen, wie wichtig sie für die Menschen vor Ort ist. Bei den aktiven Mitgliedern verspüren wir eine hohe Motivation und den starken Willen, sich weiterzuentwickeln. Wir sind stolz, solche Mitglieder in unseren Reihen zu haben, die wir als Johanniter-Unfall-Hilfe in ihrer sinnvollen Tätigkeit gerne unterstützen. Wir wünschen den Mitgliedern bei all ihren Einsätzen gutes Gelingen. Auch die Tatsache, dass viele Förderer die First Responder weiterhin unterstützen, lässt uns positiv in die Zukunft blicken. Für die Unterstützung möchten wir uns ausdrücklich bedanken.“

Impuls kam von den First Respondern

Die 1. Vorsitzende der First Responder Überherrn (FRÜ), Roxane Ruffing, erklärt den Hintergrund für den Wechsel: „Bereits im Frühjahr 2020 haben wir nach Möglichkeiten gesucht, wie unser Verein und damit unsere Arbeit für die Überherrner Bürgerinnen und Bürger sichergestellt und optimiert werden kann. Dabei war es uns besonders wichtig, einen starken Partner zu finden, der uns nicht nur in organisatorischen und bürokratischen Angelegenheiten unterstützt, sondern der auch unsere Motivation und Begeisterung für unser Ehrenamt teilt und lebt“. Diese Werte hat der Verein bei der christlichen Hilfsorganisation Johanniter-Unfall-Hilfe gefunden und ist auf den Landesverband Hessen/Rheinland-Pfalz/Saar zugegangen. Thomas Andre, Leiter Einsatzbetrieb der FRÜ führt weiter aus: „Dabei war es stets unser größtes Bestreben, dass die Arbeit, die wir rund um die Uhr, an sieben Tagen in der Woche für die Gemeinde Überherrn zu leisten bereit sind, sichergestellt und fortentwickelt wird, bei optimalem Schutz für unsere Mitglieder und Einsatzkräfte. All diese Anforderungen werden bei der Johanniter-Unfall-Hilfe erfüllt und noch übertroffen. Die uns entgegengebrachte Begeisterung für unsere Arbeit und den komplett selbst erarbeiteten Aufbau unseres ehemals kleinen Projekts bestärkte uns darin von Beginn an umso mehr.“

Für die Überherrner ändert sich nichts

Der bislang eigenständige Verein First Responder Überherrn agiert nun unter den Farben der Johanniter-Unfall-Hilfe e. V. Das werden die Überherrner sicher zuerst an der neuen Einsatzkleidung und den neuen Einsatzfahrzeugen im Design der Hilfsorganisation erkennen.

Die Mitglieder der First Responder und somit auch die Bevölkerung profitieren von den umfangreichen Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten, die die ehrenamtlichen Helfer im Landesverband der Johanniter wahrnehmen können. Ebenso von der Materialgestellung sowie der persönlichen Schutzausrüstung. Um bei Alarmierung immer sicher ans Ziel zu kommen, stellen die Johanniter zwei neue, vollausgestattete Einsatzfahrzeuge inklusive Sondersignalanlage zur Verfügung. Zusammen mit dem an die JUH gespendeten Fahrzeug des Sparvereins Saarland und der Volksbank Überherrn verfügen die First Responder nun über drei Fahrzeuge und sind damit bestens ausgestattet.

Auch die Fördermitglieder der First Responder Überherrn können weiterhin ihre örtlichen Helfer unterstützen. Roxane Ruffing und Thomas Andre betonen: „Nur Ihnen, liebe Förderer, ist es zu verdanken, dass wir in den letzten vier Jahren so vielen Menschen in Not helfen konnten. Ihr Vertrauen in unsere Arbeit und Ihre Unterstützung ehrt uns sehr. Wir freuen uns daher umso mehr, dass ein Großteil von Ihnen sich bereits dazu entschlossen hat, uns weiterhin auf unserem Weg zu unterstützen und zu fördern. Dafür sind wir, gerade in dieser schwierigen Zeit, sehr dankbar.“

Wer die Arbeit der First Responder Überherrn unterstützen oder mitmachen möchte, wendet sich an Leonard Frisch.

Kontakt: Leonard Frisch, Am Zunderbaum 14, 66424 Homburg, saarland@johanniter.de, 06841-9700-11 / -13

Spendenkonto:

Bank für Sozialwirtschaft, JUH Saar, IBAN: DE 37 3702 0500 0004 3084 00

 

Hintergrund:

Zu den satzungsgemäßen Aufgaben der Johanniter-Unfall-Hilfe e. V. (JUH) gehört die Förderung der Rettung aus Lebensgefahr.

Bei Notfällen wird durch das Tätigwerden von First Respondern das therapiefreie Intervall bis zum Eintreffen eines öffentlichen Rettungsmittels mit qualifizierten basismedizinischen Maßnahmen überbrückt, um dadurch die Überlebenschance der Patienten zu erhöhen und bleibende Schäden zu vermeiden oder zumindest zu vermindern. Hiervon profitieren in erster Linie Patienten mit einem akuten Kreislaufstillstand, bei denen noch keine Reanimationsmaßnahmen durchgeführt werden. First Responder werden im Vorfeld des öffentlich-rechtlichen Rettungsdienstes eingesetzt. Sie sind nicht Bestandteil des Rettungsdienstes, sondern stellen eine sinnvolle Ergänzung dar.

Der Landesverband Hessen/Rheinland-Pfalz/Saar der Johanniter-Unfall-Hilfe e. V. wertschätzt und unterstützt diese ehrenamtliche Tätigkeit und fördert sie mit einem innerverbandlichen Rahmen sowie durch die Festlegung von Standards.

KURZDARSTELLUNG

Das System „First Responder“ kommt aus den USA. Hier wurde erkannt, dass bei einem plötzlichen Herztod die Überlebenschancen höher stehen, wenn innerhalb kürzester Zeit professionelle Erste Hilfe vor Ort ist – so entstand das System des First Responder.
In Deutschland wurde zunächst 1994 im Landkreis München ein Pilotprojekt gestartet, welches sich als äußerst effizient erwies und daraufhin das hier „Helfer vor Ort – HvO“ genannte System bayernweit ausgebaut wurde.
Vorteile der Helfer vor Ort sind gute Ortskenntnisse, kurze Anfahrtswege und damit ein zeitlicher Vorteil gegenüber dem Rettungsdienst. Außerdem kann der HvO die Betreuung der Angehörigen übernehmen, für die der mit der Versorgung des Patienten eingebundene Rettungsdienst meist weniger Zeit hat.

Der Helfer vor Ort / First Responder ersetzt nicht den Rettungsdienst!

First Responder sind professionelle, ehrenamtliche und ortsansässige Ersthelfer, die bei bestimmten Einsatzindikationen in der Gemeinde Überherrn parallel zum Rettungsdienst ausrücken, um die Zeit zwischen Notruf und Eintreffen des Rettungsdienstes zu überbrücken. Denn diese Zeit ist entscheidend für die Überlebenschance eines schwererkrankten Patienten. Im Falle einer Reanimation sinken die Überlebenschancen ohne effiziente Wiederbelebungsmaßnahmen um 10% pro Minute. Zeit, die in vielen Fällen verloren geht und zu fatalen Folgen führt. Egal ob Herzinfarkt, Kindernotfall, allergischer Schock oder Verkehrsunfall – Es kommt meistens auf Zeit an, die durch First Responder überbrückt wird.

BESCHREIBUNG

Aufgabe der First Responder ,, HvO “ ist es, in den ersten Minuten die Erstversorgung des Patienten zu übernehmen und somit das „therapiefreie Intervall“, also den Zeitraum zwischen dem Eintritt des medizinischen Notfalls und dem Eintreffen von Rettungsdienst / Notarzt, zu verkürzen. Eigentlich übernimmt der HvO die Aufgaben des Ersthelfers, da eine wirksame Erste Hilfe durch Dritte leider kaum oder nur unzureichend geleistet wird. Diese schnelle und qualifizierte erste Hilfe kann die Genesungsprognose des Patienten verbessern.

Die Gemeinde Überherrn ist mit ihren knapp 12.500 Einwohnern im westlichen Teil des schönen Saarlandes zu finden und liegt circa 12 Kilometer von der Kreisstadt Saarlouis entfernt. Unter Team besteht aus bisher 20 Helfern, die zum Großteil an entsprechenden Rettungswachen tätig sind und somit über eine Rettungsdienstausbildung verfügen. Zudem werden weitere Helfer ausgebildet. Im Januar 2017 konnten wir uns einsatzbereit melden. Tritt ein lebensbedrohlicher Notfall in der Gemeinde Überherrn ein, sendet die Rettungsleitstelle neben dem Rettungswagen und dem Notarzt das First Responder Team zum Einsatzort.

Hat der Helfer vor Ort sich einen ersten Eindruck über den Zustand des Patienten verschafft, gibt er eine Lagemeldung an die Integrierte Leitstelle Saar (ILS) und weist anfahrende Rettungsmittel ein. Weiterhin kann der HvO dem Notarzt und dem Rettungsdienstpersonal bei der Versorgung des Patienten assistieren.

ZIEL

„Mehr Sicherheit für Überherrner Bürger“, das ist das Ziel der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. (JUH)First Responder Gruppe Überherrn. Unser Ziel ist es, die Zeit zwischen Notruf und Eintreffen des Rettungsdienstes durch ehrenamtliche, ortsansässige und professionelle Ersthelfer so zu verkürzen, dass die Überlebenschancen von schwererkrankten bzw. schwerverletzten Patienten enorm verbessert werden.

Wie läuft ein Helfer vor Ort-Einsatz ab?

Die Integrierte Leitstelle Saar (ILS) alarmiert die JUH First Responder ,, HvO “ über Funkmeldeempfänger und sagt den Einsatzort und die Einsatzmeldung durch. Unser Einsatzkonzept sieht vor, dass das diensthabende HvO-Mitglied die Einsatzfahrzeuge, ganztags zuhause haben und dann von dort ausrückt. Durch dieses System können wir ermöglichen, dass jede Adresse in Überherrn im Durchschnitt 3 Minuten nach Alarmierung erreicht werden kann.
Am Einsatzort leisten wir professionelle Erste Hilfe, nach Eintreffen des Rettungsdienstes wird der Patient diesem übergeben, wobei der HvO dann im Allgemeinen die Einsatzstelle verlässt. Anschließend wird ein Einsatzprotokoll, welches der Einsatzevaluation dient, ausgefüllt und die Ausrüstung desinfiziert und ergänzt.